Honda CX 500

Die CX 500 war ein zwischen 1978 und 1986 angebotenes Mittelklasse-Motorrad der Kategorie Tourer des japanischen Herstellers Honda mit Kardanantrieb. Der längs eingebaute Zweizylinder-V-Motor (OHV) mit 80° Zylinderbankwinkel hatte vier Ventile pro Zylinder. Die CX 500 war das erste Serienmotorrad, auf dem schlauchlose Reifen verwendet werden konnten. Sie ist auch unter ihrem Spitznamen „Güllepumpe“ bekannt.

Modelle und Baujahre
Das Modell gilt als besonders zuverlässig und wurde in vielen Versionen gebaut. Angefangen von der „Standard“-CX 500 (in Japan und anderen Ländern aufgrund damaliger Zulassungsbestimmungen teilweise mit 400 cm³ als CX 400) über den Softchopper C „Custom“ (Der Zusatz „Custom“ durfte in Deutschland aufgrund eines bereits anderweitig eingetragenen Markenschutzes nicht benutzt werden) CX 500 C (CX 400 C) und CX 650 C, die GL 500 und GL 650 „Silver-Wing“-Modelle (die als kleine „Schwestern“ der Gold Wing GL 1100 deren Vollverkleidung und Rücklicht übernahmen), die CX 500 E und CX 650 E „Euro Sport“ und die bislang einzigen Honda-Motorräder mit Abgasturbolader, die CX 500 Turbo und CX 650 Turbo.

Technische Daten der CX 500
Zu den Besonderheiten der Konstruktion gehört es, dass beide Zylinder je eine Zündanlage haben. Durch den Längseinbau des Motors konnte vorne eine große Kühlerbox platziert werden. Wegen der gegenläufig zur Kurbelwelle drehenden Kupplung entsteht beim Beschleunigen und Gaswegnehmen nur ein geringes Kippmoment um die Längsachse.

Ölmenge: 3 Liter
Zwei Zylinder in V-Anordnung im Winkel von 80°
Ventilspiel Einlass: 0,10 mm (ursprünglich 0,08 mm vorgegeben, später durch Honda für alle CX- und GL-500-Modelle mit Saugmotor korrigiert)
Ventilspiel Auslass: 0,12 mm (ursprünglich 0,10 mm vorgegeben, später durch Honda für alle CX- und GL-500-Modelle mit Saugmotor korrigiert)
12 V Bordspannung, 14-Ah-Batterie

Einflüsse
Der Motor wurde ursprünglich mit einem Zylinderwinkel von 90° entwickelt, vergleichbar mit den V2-Motoren von Moto Guzzi. Bei Tests erwies sich die Konstruktion jedoch als unbequem für den Fahrer, vor allem für die Position der Knie. So wurden die Zylinder um 10° steiler gestellt und die Zylinderköpfe in Bezug auf die Zylindermittelachse um je 22 ° so gedreht, dass die vorne liegende Auslaßseite nach außen und die Ansaugseite mit den Vergasern hinten schräg zueinander nach innen wies – ein letztlich charakteristisches, da einzigartiges Merkmal des in Serie gegangenen Motors.

Eine Reihe von Ideen zum Motor sollen Vorbilder im Marusho Lilac haben. Marusho war ein kleiner japanischer Motorradhersteller, der seit Gründung 1948 einige innovative Modelle geschaffen hatte, jedoch 1967 in Insolvenz ging. Infolgedessen kamen die Entwickler bei anderen japanischen Motorradherstellern unter. Ebenfalls soll die Victoria V 35 Bergmeister die Entwicklung direkt bzw. über den Umweg Marusho Lilac beeinflusst haben.

Die Motoren der CX 500/650-Modelle wurden auch in verschiedenen Kleinwagen/Kit-Cars verwendet, unter anderem:
BRA Threewheeler (CX3) von aero cycle cars
JZR

Außerdem wurde der Motor mit Veränderungen von 1980 bis 1982 in den USA auch als Triebwerk eines Rennmotorrades („Flat Tracker“) verwendet, der NS750.

Neben den GL-Modellen als eigentlichen Nachfolgern der CX-Serie hatte die Konstruktion sichtbaren Einfluss auf die Honda ST1100 Pan European. Die Pan European hat ebenfalls einen V-Motor mit nach außen weisenden Zylinderköpfen, jedoch mit vier anstatt zwei Zylindern. Die geringe Baulänge des CX-Motors gab hier den Anreiz, zwei dieser Grundkonstruktionen hintereinander zu setzen, wurde jedoch sonst eigenständig entwickelt.


Honda CX 500

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