Honda Africa Twin

Die Honda XRV750 Africa Twin [ˈæfrɪkə twɪn] ist ein geländegängiges Motorrad des japanischen Herstellers Honda, das von 1990 bis 2000 produziert wurde. Die Reiseenduro ist konstruktiv von der Honda XL600V Transalp abgeleitet, eine Weiterentwicklung der Honda XRV650 Africa Twin und wird von einem hubraumvergrößerten Zweizylindermotor der Honda NT650 Hawk angetrieben.

Geschichte
Als Reaktion auf die Motorsporterfolge der BMW R 80 GS Anfang der 1980er wurde die Honda Racing Corporation (HRC) im Jahr 1984 mit der Entwicklung eines wüstentauglichen, geländegängigen Motorrades für die Rallye Paris-Dakar beauftragt. Im Jahr 1985 wurde die NXR750V mit einem wassergekühlten Zweizylinder mit 779 cm³ Hubraum und einer Nennleistung von 48 kW (65 PS) vorgestellt. Dieses Motorrad gewann von 1986 bis 1989 viermal in Folge die Rallye Paris-Dakar und wurde deshalb auch „Queen of Africa“ genannt.

Die Africa Twin XRV650 mit Herstellercode RD03 basiert nicht auf dem Werks-Rallye-Motorrad NXR750, hat aber nach dem Erfolg der NXR bei der Rallye Paris-Dakar 1987 deren Optik übernommen. Trotz eines Gewichts von 220 kg ließ sich die Reiseenduro sowohl auf der Straße als auch im Gelände gut bewegen. In Deutschland wurde wegen der günstigeren Typklasse die Leistung durch eine Drosselung von 57 PS auf 50 PS reduziert und das Motorrad zu einem Preis von 10.570 DM verkauft. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 165 km/h bei einer Drehzahl von 7.640 min−1. Die Aluminiumfelgen haben Stahlspeichen und sind vorne und hinten mit Diagonalreifen ausgerüstet. Die RD03 verzögert vorne über eine Scheibenbremse mit einem Zweikolbensattel und hinten mit einer Scheibenbremse mit einem Einkolbensattel. Das Motorrad war bis 1991 ausschließlich in der Farbenkombination (weiß-rot-blau) der Honda Racing Corporation (HRC) erhältlich.

RD04 von 1990 bis 1992
1990 wurde bei dem Nachfolgemodell RD04 der Hubraum von 647 auf 742 cm³ erweitert, wodurch die Leistung von 57 auf 59 PS stieg. Aufgrund von geänderten Steuerzeiten, einem größeren Vergaserquerschnitt und einer von 9,4 auf 9,0 reduzierten Verdichtung erhöhte sich das maximale Drehmoment von 55 auf 61 Nm. Mit einer stärkeren Kupplung, größer dimensionierten Pleuel- und Kurbelwellenlager und einer höheren Fördermenge von Öl- und Wasserpumpe wollte Honda die Standfestigkeit verbessern. Gegenüber dem Vorgängermodell hatte die RD04 einen Ölkühler, einen verstärkten Rahmen mit einer um 5 mm verlängerten Schwinge, eine modifizierte Verkleidung, eine Doppelscheibenbremsanlage und ab 1992 einen digitalen Tageskilometerzähler mit dem Namen Tripmaster. Der größere Motor und die Aufrüstung erhöhten das Gewicht von 220 auf 238 kg, jedoch nahm auch die Höchstgeschwindigkeit von 165 auf 174 km/h zu.

RD07 von 1993 bis 1995
Die Africa Twin wurde 1993 umfangreich überarbeitet und auch in einer entdrosselten Version mit 44 kW (60 PS) angeboten. Durch neue Flachschiebervergaser stieg die Nennleistung um 10 PS. Der Luftfilter ist oberhalb des Vergasers montiert, um weniger vom Vorderrad aufgewirbelten Staub anzusaugen, wodurch sich auch die Wattiefe erhöht. Der modifizierte Doppelschleifen-Rohrrahmen war 4 Kilogramm leichter. Eine verkürzte Hinterradschwinge reduzierte die Sitzhöhe von 88 auf 86 cm. Die Bremssattel vorne wie hinten wurden modifiziert, um den Austausch der Bremsbeläge zu erleichtern. Ein auf 23 Liter verkleinerter Tank reduzierte das Gesamtgewicht auf 230 kg und die Reichweite auf 300 km bei einem durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von 6,2 Litern Normalbenzin auf 100 km.

Insgesamt wurde die RD07 im Vergleich zu ihren Vorgängern tourentauglicher, aber nicht sportlicher.

RD07a von 1996 bis 2000
Die RD07a ist die letzte Evolutionsstufe der Africa Twin, die bis zum Produktionsstopp im Jahr 2000 gefertigt wurde. Die ehemals zwei Impulsgeber- und Zündspulen wurden durch jeweils eine ersetzt, die beide Zündkerzen mit Spannung versorgt. Die goldeloxierten Felgen, die Luftunterstützung der Telegabel sowie die Justierschraube für die Druckstufendämpfung entfielen gegenüber der RD07.

Die von 2001 bis 2003 verkauften Modelle wurden aus Lagerbeständen montiert bzw. abverkauft. Honda verkaufte in Europa bis Ende 2003 insgesamt 72091 Einheiten, davon 20823 in Deutschland.


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